Heute war ich spät abends mit der Kamera unterwegs. In Graz lief die Veranstaltung Klanglicht. Kunst mit Licht und Ton. Ein tolles Spektakel, das natürlich jede Menge Menschen angezogen hat. Viele davon mit Kamera ausgerüstet.

Neben den vielen Smartphone-Fotografen (hier folgt ein Tipp etwas weiter unten) hatte gefühlt jeder zweite eine DSLR oder eine Systemkamera, also durchwegs keine billigen Gerätschaften. Ein Gegenstand hat zu gut 90% allerdings gefehlt, nämlich der Garant für tolle Nachtfotos: ein Stativ.

Was bringt ein Stativ?

Wenn die Lichtverhältnisse schlechter werden, können wir einige Einstellungen an unserer Kamera vornehmen, um dies auszugleichen. So können wir die Belichtungszeit verlängern. Mehr Licht am Sensor sorgt für ein helleres Foto. Allerdings birgt mehr Zeit auch die Gefahr von Verwacklungen.

Deswegen versucht man mit einer höhereren ISO-Einstellung entgegen zu wirken. Der Nachteil: Mit zunehmender ISO wird das Foto grobkörniger und somit von schlechterer Qualität.

Alternativ dazu kann die Blende auf das Maximum geöffnet werden. Entsprechende Objektive sind aber sehr teuer und bei zu wenig Licht hilft auch das nicht weiter. Es bedarf also einer anderen Lösung.

Die effektivste Variante ist die Möglichkeit, Fotos mit langer Belichtungszeit verwacklungsfrei zu machen. Hier kommt das Stativ ins Spiel. Dieses ermöglicht uns genau das.

Damit die Verwendung eines Stativs auch die richtigen Ergebnisse bringt, sind einige Punkte zu berücksichtigen.

  • Bildstabilisator ausschalten (Objektiv und Kamera) – durch eine Fehlkorrektur können damit Fotos erst recht unscharf werden
  • Stabiler Stand, vor Erschütterungen schützen, gegebenenfalls mit Rucksack o.ä. weiter fixieren (entsprechende Möglichkeiten á la Haken etc. muss durch das Stativ gegeben sein)
  • Selbstauslöser oder Fernauslöser verwenden, dadurch können sich Schwingungen beruhigen und die Fotos werden in einer Ruhephase aufgenommen
  • Spiegelvorauslösung einschalten. Bei der Spiegelvorauslösung wird der Spiegel hochgeklappt und die Belichtung zeitverzögert ausgelöst. Dadurch werden etwaige Erschütterungen durch das Hochklappen des Spiegels zum Zeitpunkt der Belichtung vermieden.
  • ISO 100. Wird mit Stativ fotografiert ist immer die niedrigste ISO-Zahl zu verwenden. In der Regel ist das ISO. Auf jeden Fall ist darauf zu achten, dass die ISO-Automatik ausgeschalten ist.

Ein Stativ muss nicht teuer sein

Ein wirklich leichtes Carbon-Stativ mit entsprechend qualitativ hochwertigem Kugelkopf, frisst schon ein ordentliches Loch in die Geldbörse. Wer nicht (hoch)professionell unterwegs ist, sollte daher eine kostengünstigere Variante ins Auge fassen.

Ich persönlich habe mir für unter 100€ ein Rollei Compact Traveler No. 1 angeschafft und nun bereits mehrfach im Einsatz gehabt. Die Handhabe ist recht einfach, das Packmass ist mit 32cm ein sehr kleines und auch der Kugelkopf ist durchaus in Ordnung.

Rollei Compact Traveler No. 1

Rollei Compact Traveler No. 1

Sieht man sich den Preis an, kann man wirklich nichts falsch machen. Zudem findet dieses Stativ in wirklich jedem Koffer Platz, sodass es ein wirklich gutes Reisestativ ist.

Die Lösung für die Handtasche

Natürlich möchte man nicht ständig ein Stativ mit sich herumschleppen, immerhin hat es ja doch schnell ein ordentliches Gewicht. Wer sich dennoch die Möglichkeit nicht ganz nehmen lassen möchte, der kann sich auf kreative Ideen verlassen (Kamera auf Rucksack/Tasche legen, etc.) oder aber ein Manfrotto Pixi.

Manfrotto Pixi

Manfrotto Pixi

Dieses Stativ ist sehr klein, stabil und wiegt gerade einmal 190g. Zusammengelegt passt es in jede Tasche.

Für Smartphone-Fotografen gibt es einen Smartphone-Aufsatz, sodass auch damit stabile Fotos, oder Timelapse-Aufnahmen etc. einfach gemacht werden können.

Alternativen

Wer kein Geld für ein Stativ ausgeben möchte, Fotos aber dennoch verwacklungsfrei sein sollte, der kann zu Hilfsmitteln á la Kirschkernsäckchen oder Säckchen gefüllt mit Bohnen, Reis etc. greifen. Das kann recht einfach selbst gebastelt werden und hilft auch bei sehr unebenen Flächen.

Ich kann nur jedem raten, zumindest ein kleines Stativ immer mit dabei oder in der Nähe zu haben. Man belohnt sich mit tollen Fotos!

Gut Licht!

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