Speedbooster aka Weitwinkelkonverter sind für mich Neuland, hörte sich aber interessant an. Deswegen entschloss ich mich, einen Test mit dem Viltrox Speedbooster EF-EOS M2 zusammen mit meiner Canon EOS M50 durchzuführen.

Produktbeschreibung

Bei diesem Adapter für EF auf EF-M handelt es sich um einen Weitwinkelkonverter. D.h. die Brennweite wird um das 0.71fache reduziert. Somit werden aus 35mm umgerechnet 24mm. Damit ergibt sich eine an einer EOS M-Kamera eine ähnliche Bildwirkung wie bei einer Kleinbild-Kamera.

Zudem bringt dieser Adapter eine ganze Blende. Dadurch wird beispielsweise aus einem Objektiv mit 1.4er Offenblende ein Objektiv mit Blende 1.0, aus 1.8 wird 1.2 usw.

Es werden übrigens alle Signale übertragen, d.h. alle Funktionen sind voll funktionsfähig. An der Unterseite findet sich ein 1/4 Zoll-Gewinde.

Per USB ist es zudem möglich, Firmware-Upgrades einzuspielen.

Visueller Vergleich

Auf der einen Seite verwendete ich eine Canon M50 und das EF 50mm 1.8 STM und vergleiche die Bildleistung zwischen dem EF auf EF-M-Adapter von Canon und dem Speedbooster mit derselben Kamera-Objektiv-Konstellation. Zu beachten ist, dass der Adapter von Canon die Bildleistung nicht beeinflusst, da er lediglich für den korrekten Abstand sorgt und keinerlei Glas enthält.

Wie bereits oben kurz erklärt, liefert die Kombination Speedbooster und EF 50mm 1.8 als Offenblende nun 1.2. Sehen wir uns ein Foto mit Offenblende genauer an:

Canon EOS M50 + Viltrox EF-EOS M2 + EF 50mm 1.8 STM (f1.2)

Canon EOS M50 + Viltrox EF-EOS M2 + EF 50mm 1.8 STM (f1.2)

Es sind einige Dinge sehr auffällig. So beginnt bereits im geringen Abstand zur Mitte eine Verzeichnung, die zum Rand hin wesentlich stärker wird. Zudem nimmt zum Rand hin die Schärfe wesentlich ab. An den Ecken ist eine vorhandene, aber nicht sehr starke, Vignettierung zu erkennen. Scharf und ohne Verzeichnung ist das Bild demnach wirklich nur genau in der Mitte.

Hier nun eine Reihe mit Speedbooster und folgenden Blenden: 1.8, 2.8, 4, 5.6, 8, 11 und 16

Beim Vergleich der Bilder erkennt man, dass die Vignette bei Blende 1.2 und 1.8 vorhanden ist, ab 2.8 jedoch nicht mehr. Die Verzeichnung bleibt, sie ist der Konverterlinse des Adapters geschuldet. Die Schärfe wird bei geschlossener Blende besser. Ab Blende 5.6 scheint jedoch keine Verbesserung mehr einzutreten, die Ränder sind durchaus weich.

Sehen wir uns im Vergleich dazu die Fotos mit dem Adapter von Canon an (d.h. Crop-Faktor bleibt erhalten). Folgende Blenden: 1.8, 2.8, 4, 5.6, 8, 11 und 16:

Kaufen?

Natürlich klingt es interessant: Eine Kamera mit APS-C-Sensor liefert den Bildausschnitt einer Kleinbild-Kamera und zudem verbessert sich auch noch die Offenblende. Einher geht das mit erheblichen Qualitätseinbußen. Es gibt natürlich durchaus Szenarien, für die die schlechtere Qualität durchaus vernachlässigbar ist. Dies betrifft das Fotografieren bei Offenblende, wenn sich das Motiv ohnehin in der Mitte befindet und freigestellt ist. Auch für Reportagen sehe ich eine Verwendung. Im Bereich der Landschaftsfotografie mit anschließender Verwertung der Fotos würde ich von der Verwendung abraten. Im Grunde empfehle ich jedoch, das Geld lieber in hochwertigere Objektive zu investieren (durchaus auch gebraucht). Wer richtig hochwertige Objektive aus der Art-Serie von Sigma oder Canon gewohnt ist, der wird keine allzu große Freude haben.