Mit Sofort bessere Fotos machen gebe ich einen Tipp, der sich sofort umsetzen lässt und bessere Fotos entstehen lässt. Auch Übung macht den Meister soll in diese Kerbe schlagen. Dieser Beitrag geht einen Schritt weiter.

tl;dr: Schärfe durch laufendes Training dein Auge! Durch angelernte Automatismen wird der notwendige Aufwand für ein gutes Foto minimiert.

Wenn du wirklich viel Zeit mitbringst, empfehle ich das Buch Schnelles Denken, langsames Denken von Daniel Kahneman. Darin beschreibt er im Grunde zwei Arten des Denkens:

  • Langsames Denken: Das bewusste Nachdenken, Entscheidungen werden durch Abwägen von Vor- und Nachteilen etc. getroffen.
  • Schnelles Denken: Entscheidungen werden unterbewusst, “nebenbei” getroffen.

Jeden Tag treffen wir unzählige Entscheidungen, über die wir nicht nachdenken. Sei es das Stehenbleiben bei einer roten Ampel, dem Hochschalten eines Ganges während des Autofahrens, dem Öffnen einer Tür oder dem Binden der Schuhbänder. Dies alles sind Tätigkeiten, die automatisch durchgeführt werden und zu denen es kein explizites Nachdenken bedarf. Das wäre nicht nur sehr mühsam, sondern würde unser Gehirn massiv blockieren.

Ständiges Wiederholen führt nicht nur zu Erfahrung, sondern auch zu Automatismen.

Was bedeutet das für die Fotografie? Wenn ich mir als Fotograf über Einstellungen der Kamera, dem richtigen Objektiv oder der Bedienung des Blitzes viele Gedanken machen muss, dann kann ich mich natürlich nicht auf den kreativen Prozess konzentrieren. Der richtige Umgang mit der Kamera muss gelernt und vor allem auch geübt werden. Durch laufende Wiederholung entstehen Automatismen, die wiederum ohne nachzudenken ausgeführt werden können.

Nicht nur die Kamera ist von Interesse. Besonderes Interesse genießen Themen wie Linienführung, Perspektive und Bildgestaltung. Je nach Genre kann auch das Vorhersagen von Ereignissen (siehe Street Photography) von großer Bedeutung sein. Auch hierfür gilt: Übung und laufende Wiederholungen führen zur Verbesserung.

Durch Projekte lernen

Ständiges Wiederholen wird schnell langweilig. Irgendwann macht es nur mehr wenig oder gar keinen Spaß mehr. Also muss man sich selbst ein Schnippchen schlagen. Kleine Projekte und Serien eignen sich besonders gut und bringen immer wieder Abwechslung hinein. Aus diesem Grund möchte ich hier eine Liste von Ideen mit dir teilen. Zu den meisten Punkten lassen sich Varianten finden und so an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

  • Rote Einkaufstaschen
  • Diagonale Linien
  • Strukturen
  • Einfache Formen
  • Straßenverlauf
  • Kreise
  • Rahmen
  • Forschperspektive
  • Gelb
  • Spiegelung
  • Schwarz-Weiss

Je nachdem, wieviel Zeit besteht bzw. investiert werden kann, empfehle ich 2 bis 4 Wochen für jedes Thema aufzuwenden und überall mindestens 10 bis 20 wohlüberlegte Fotos zu schießen.

Weitere Möglichkeiten

Eine weitere Möglichkeiten sind die Teilnahme an diversen Challenges. Hiervon gibt es einige:

  • 365 – ein Jahr lang jeden Tag ein Foto
  • 52 Themen-Wochen – jede Woche ein anderes Thema
  • 30 Tage Challenge – einen Montag lang jeden Tag ein Foto (mit oder ohne Thema, ein Thema erhöht natürlich den Schwierigkeitsgrad)
  • Lokale Veranstaltungen: Es gibt immer wieder Veranstaltungen: In einem definierten Zeitraum sind in einer bestimmten Reihenfolge Fotos zu schießen und einer Jury vorzulegen

Mit dem nachfolgenden 52-Wochen-Plan kannst du gleich loslegen!

52 Wochen Foto-Challenge

Bleib dran und Gut Licht!