Beim Durchforsten von diversen Foren oder Facebook-Gruppen finde ich immer wieder Fragen zur Kamera, deren Verwendung, ob denn Einstellung A möglich ist, oder die Kamera überhaupt Funktion B besitzt.

Natürlich kann man diese Fragen stellen und Foren/Gruppen sind im Grunde auch dazu da. Je seltener du jedoch nach der Funktionsweise des Gerätes fragen musst, umso besser sind in der Regel deine Fotos.

Welche Möglichkeiten tun sich hierbei auf?

Handbuch lesen

Für viele steht die Gerätschaft im Vordergrund. Da wird vollgepumpt mit Dopamin die neue Kamera ausgepackt und alles andere erstmal zur Seite gelegt. Akku rein, Speicherkarte rein und auf geht’s! Die Schachtel (mit dem Handbuch) landet dann meist im Keller und irgendwann im Müll.

Dabei stehen im Handbuch so viele nützliche Dinge. Wie kann die Lupenfunktion im Live View-Modus aktiviert werden und wie viele Stufen hat sie? Wie genau kann eine Belichtungsreihe eingestellt werden und wo kann ich die Anzahl der dabei erzeugten Fotos steuern? Wo kann ich den Belichtungsmesswert speichern und was ist das überhaupt?

Das alles steht im Handbuch und liefert so viel Grundwissen, dass man sich letztendlich voll und ganz auf sein Motiv konzentrieren kann.

Wer zudem die Funktionen und Möglichkeiten seiner Kamera kennt, lernt vorzubeugen und im richtigen Moment, das Richtige anzuwenden. Nichts schlimmer, als mit Stirnlampe in der Nacht auf einen Berg gelaufen zu sein, um dann Fotos nicht schießen zu können, weil man sein Gerät nicht kennt.

Das Handbuch auswändig zu lernen, macht aber noch keinen Meister aus dir. Denn nur …

Übung macht den Meister

“Aha, das also kann meine Kamera. Super!”
Umblättern.

Das kann man so machen, ist aber nicht sonderlich klug. Klug ist, wer das neu erworbene Wissen sofort umsetzt und ausprobiert und zwar so lange, bis es funktioniert. Und noch einige weitere Male (an unterschiedlichen Tagen), damit das neu erworbene Wissen auch wirklich sitzt.

Stelle dir dazu Aufgaben, starte eine eigene Fotoreihe, was auch immer. Übe, übe, übe.

Durch Wiederholung verankert sich das Wissen und Automatismen werden eingeführt. Das Resultat ist nun, dass wir dieses Wissen automatisch dann einsetzen, wenn wir es brauchen (oder es uns zumindest in den Sinn kommt und wir auf dieser Basis eine viel bessere Entscheidungsgrundlage besitzen).

Besonders Vorteilhaft ist diese Vorgehensweise, da du dadurch kaum mehr nachdenken musst, wo welche Einstellung vorzunehmen ist. Unter Zeitdruck musst du das wissen, damit dir nicht genau DIESES EINE Foto durch die Lappen geht. Wäre doch schade drum, oder?

Lerne dein Zubehör kennen

Die oben beschriebene Vorgehensweise gilt im Übrigen auch für alle Objektive und sämtliches Zubehör, das du dir anschaffst. Lerne die Grenzen des neuen Objektives kennen, welche Einstellungsmöglichkeiten hat es, was bedeutet Naheinstellungsgrenze und wie weit sind 29cm tatsächlich entfernt?

Welche Einstellungen können an der Fernauslösung vorgenommen werden, wie stelle ich ein Timelapse ein usw.

Wenn du damit durch bist, dann hast du das Gröbste hinter dir und kannst dich voll und ganz auf das Fotografieren konzentrieren. Alles andere läuft komplett stressfrei mit.

Kamera verstehen - Zusammenfassung

Viel Spaß und Gut Licht!