Der ideale Zeitpunkt für die Astrofotografie ist zu Neumond gegeben. In dieser Zeit geht der Mond nur kurz auf und verschwindet danach wieder. Auch wenn der Mond selbst kein Licht erzeugt, sondern nur reflektiert, fehlt damit ein gewaltiger Aufheller.

Teichalmsee unter Sternen

Teichalmsee unter Sternen

Hilfreiche Werkzeuge

PhotoPills ist eine kostenpflichtige Handy-App. Zum Zeitpunkt dieses Artikels lag der Kostenpunkt bei 10 Euro. Diese App hilft nicht nur bei der Astrofotografie, denn es werden viele Informationen angezeigt. Dies betrifft alle wichtigen Phasen der Sonnen- bzw. Mondbahn. Besonders interessant ist die Anzeige der Milchstraße. So sieht man sofort, wo sie sich zu einem bestimmten Datum befindet. Das Vorhaben lässt sich mit PhotoPills planen und zusätzlich kann man auch noch Locations pflegen, sich die DoF berechnen lassen und noch vieles mehr.

Besonders hilfreich ist die Light Pollution Map. Darüber bekommst du einen guten Überblick, wo sich lichtarme Gegenden befinden. Gerade Städte strahlen unheimlich viel Licht aus, wodurch selbst tief in der Nacht, lange belichtete Fotos vom Nachthimmel sehr hell bzw. gar ganz ausgebrannt sind.

Notwendige Ausrüstung

Das Wichtigste an der Astrofotografie ist das Objektiv. Besonders gut eignet sich natürlich ein Weitwinkelobjektiv. Dieses sollte eine möglichst große Offenblende haben (< f/4). Die Kamera selbst ist erst nicht so wichtig. Je besser das Rauschverhalten, umso besser ist das natürlich. Zwingend notwendig ist natürlich ein Stativ – je stabiler, umso besser. Da man mitunter einige Stunden an der Location verbringt, empfiehlt sich warmes Gewand (auch im Sommer!) und Verpflegung. So alleine, Stunden verbringend, im Dunkel, macht hungrig – und durstig.

Einstellungen

Mit welchen Einstellungen solltest du nun an den Start gehen?

Blende: Offenblende
ISO: 2000-3200
Belichtungszeit:: max. 10-13 Sekunden

PhotoPills kann die max. Belichtungszeit für die gewählte Brennweite und Blende berechnen. Diese Zeit sollte nicht überschritten werden, da sich die Sterne natürlich bewegen und dann zu Strichen werden. Wer Sternenspuren möchte, kann natürlich mit denselben Settings, etwas längerer Belichtungszeit und vielen, vielen Fotos probieren.

Scharfstellen

Oftmals wird gefragt, wie man denn das Objektiv scharfstellen kann, wenn es so dunkel ist. Bei einem Objektiv mit Autofokus kann man bei Tageslicht auf einen entfernten Punkt fokussieren (Fokussierung auf unendlich) und dann auf manuelle Fokussierung umstellen. Dann bleibt die letzte Einstellung gültig und die Wartezeit beginnt. Bei einem Objektiv mit manueller Fokussierung kann das natürlich ebenso gemacht werden. Idealerweise verwendet man dazu die Lupe. Kann man erst in der Nacht scharfstellen, dann wird in vielen Fällen der AF streiken. Hierfür einfach einen hellen Stern auswählen und manuell auf ihn fokussieren. Wenn der Stern am kleinsten dargestellt wird, ist man richtig. Verwende Live-View dazu.

Fotos bearbeiten

Die Fotos müssen unbedingt bearbeitet werden. Welchen RAW-Entwickler du hierzu verwendest ist unerheblich. In meinem Fall ist es entweder Adobe Lightroom oder Luminar. Für diese Entwicklung ist es natürlich auch notwendig, dass die Fotos im RAW-Format durch die Kamera aufgezeichnet werden. Auf jeden Fall muss man sich mit dem Kontrast spielen, die Farbtemperatur sollte bei 4840°K ganz gut passen, gegebenenfalls ist am Weißabgleich zu drehen.

Fazit

Mit diesen Tipps sollte man ganz gut zu ersten Ergebnissen kommen. Natürlich – wie immer – ist ein wenig Übung und Erfahrung hilfreich. Viel Spaß und gut Licht.