Das Histogramm ist ein mythisches Etwas, von dem schon fast jeder, der sich mit der Fotografie beschäftigt oder zumindest leidenschaftlich fotografiert, gehört hat. Aber was ist das Histogramm genau und wie kann es helfen, bessere Bilder zu machen?

Begriffserklärung

Starten wir mit einer ersten Absteckung des Begriffs. Hier, was auf der Wikipedia dazu zu finden ist:

Ein Histogramm ist eine grafische Darstellung der Häufigkeitsverteilung kardinal skalierter Merkmale. Es erfordert die Einteilung der Daten in Klassen, die eine konstante oder variable Breite haben können. Es werden direkt nebeneinanderliegende Rechtecke von der Breite der jeweiligen Klasse gezeichnet, deren Flächeninhalte die (relativen oder absoluten) Klassenhäufigkeiten darstellen. Die Höhe jedes Rechtecks stellt dann die (relative oder absolute) Häufigkeitsdichte dar, also die (relative oder absolute) Häufigkeit dividiert durch die Breite der entsprechenden Klasse.

Wikipedia

In der Fotografie haben sich zwei unterschiedliche Darstellungen als absolut hilfreich erwiesen: Helligkeit und RGB.

Luminanz-Histogramm (Helligkeit)

Beim Histogramm nach Helligkeit werden Schwarz, die Tiefen, die mittleren Töne, die Lichter und Weiß dargestellt, wie in der nachfolgenden Darstellung zu sehen:

Wie funktioniert das Histogramm?

Die x-Achse zeigt also die Helligkeit an und geht hier von 0 (Schwarz) bis 255 (Weiß). Dazwischen sind Graustufen verteilt. Die y-Achse zeigt die Anzahl der Pixel an.

Durch die Auftrennung in diese Helligkeitsbereiche kann bei Betrachtung des Histogramms auf einen Blick festgestellt werden, ob das Foto (zum Beispiel in der Landschaftsfotografie) korrekt belichtet ist. Ist es zu dunkel, finden sich die größten Berge auf der linken Seite. Zu hell ist das Foto, wenn sich die größten Berge auf der rechten Seite bewegen. Befinden sich alle Berge knapp innerhalb der Grenzen und rechts, sowie links wird nichts abgeschnitten, ist das Foto korrekt belichtet.

In zu dunklen oder hellen Bereichen (wenn zudem auch abgeschnitten) gehen sämtliche Bildinformationen verloren und können in der Bearbeitung nicht wiedergewonnen werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, ein ausbalanciertes Foto aufzunehmen. Dadurch erhält man in der Nachbearbeitung alle Möglichkeiten.

Sehen wir uns am besten ein Beispiel an:

Hier ist gut zu sehen, dass hohe Berge auf der linken Seite ein sehr dunkles Bild zur Folge haben, während Berge ganz rechts einer Überbelichtung entsprechen. Brechen sowohl rechts, als auch links keine Werte aus, sind alle Informationen im Bild vorhanden.

RGB-Histogramm

Eine weitere Variante ist das RGB-Histogramm. Dieses zeigt die Verteilung der Grundfarben Rot, Grün und Blau an. In vielen Kameras und Bildbearbeitungsprogrammen kann man sich die Farbkanäle getrennt voneinander anzeigen lassen. Vielfach wird auch eine kombinierte Ansicht geboten.

Wie funktioniert das Histogramm?

Davon abgesehen, funktioniert es gleich wie das Luminanz-Histogramm.

In den meisten Fällen wird das Luminanz-Histogramm ausreichend sein. Bei entsprechender Farb-Gewichtung kann der entsprechende Kanal überprüft werden.

Muss es immer ein ausbalanciertes Histogramm sein?

Wie so oft, hängt es davon ab, was man erreichen möchte oder welcher Art von Fotografie man nachgeht.

Ein Sternenhimmel wird kaum ein ausbalanciertes Histogramm haben. Dieser erscheint in diesem Fall stark unterblichtet. Ähnlich verhält es sich bei Low-Key- oder High-Key-Aufnahmen. Auch sie werden kein ausbalanciertes Histogramm zeigen. Und das ist natürlich vollkommen in Ordnung.

Tipp

Moderne Kameras zeigen schon vor der Aufnahme das Histogramm an (Luminanz ist in den meisten Fällen ausreichend). Nutze dieses für die Einstellung der Belichtungsparameter. Zusätzlich kann eine Anzeige an unter- bzw. überbelichteten Stellen angezeigt werden. Dies gibt direkt nach der Aufnahme ein gutes Gefühl, ob es “ausgebrannte” oder “abgesoffene” Stellen im Foto gibt. Gegebenenfalls kann man so vor Ort nachjustieren.

Fazit

Mit dem Histogramm kann man kontrollieren, wie die Helligkeits- bzw. Farbverteilung eines Fotos ist. Lässt man sich diese Information in der Kamera anzeigen, kann eine schnelle und einfache Anpassung der Belichtung direkt vor Ort vorgenommen werden. Es ist also ein äußerst hilfreiches Mittel, korrekt belichtete Fotos zu erhalten.

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